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    Mittwoch, 31. Januar 2024, 15:22

    50 Jahre Wickie, der Wikinger

    Zwar gehörte er nicht mehr zu den Zeichentrick- Ikonen meiner Kindheit, dennoch habe ich mir gerne während meiner Jugendjahre die Abenteuer des sympathischen kleinen Kerls angeschaut. Heute ist es genau fünfzig Jahre her, daß die Reihe zum ersten Mal im deutschen Fernsehen zu sehen war.
    In der waffenstarrenden Welt der Wikinger des Mittelalters war der intelligente Dreikäsehoch stets der wichtigste Mann an Bord eines Drachenboots, wenn es wieder einmal auf große Fahrt ging. Denn ohne Wickies tolle Ideen waren Wikingerhäuptling Halvar und seine Mannen aus dem Dorf Flake während ihrer Raubzüge oft genug verraten und verkauft. Kein Wunder, daß sich "Wickie" schnell zur ausgesprochenen Erfolgsserie mauserte, die am 31. Januar 1974 zum ersten Mal über deutsche Bildschirme flimmerte. Wickies prahlerischer Vater Halvar, die ewigen Streithähne Snorre und Tjure, der verhinderte Bänkelsänger Ulme, der uralte Urobe, Gorm mit seinem Lieblingsruf "Ich bin entzückt !" oder der gutmütige dicke Faxe, sie alle haben in den 70er Jahren Fernsehgeschichte geschrieben.
    Die Vorlage zur Serie lieferte der schwedische Schriftsteller Runer Jonsson mit seinem im Jahre 1963 erschienenen Buch "Vicke Viking" über einen Wikingerjungen, der etwas aus der Art geschlagen ist. Er ist nicht der typische Raufbold mit Streitaxt, sondern eher ängstlich, doch macht er aus der Not eine Tugend und münzt seine Furcht kreativ um. Wenn Halvars Truppe in Rußland, Arabien, Griechenland oder sogar bereits in Amerika auf Raubzug geht und dabei in die Bredouille gerät, hat Wickie stets den rettenden Einfall, bei dem er sich in der Zeichentrickfassung zunächst nachdenklich die Nase reibt und dann schließlich jubelnd verkündet: "Ich hab´s !".
    Josef Göhlen, der damalige Leiter des ZDF- Kinderprogramms, wollte Wickie zunächst als Puppenspiel- Mehrteiler realisieren, stattdessen entwickelte sich aus dieser Idee die heute legendär gewordene Zeichentrickserie, eine Kooperation von ZDF und ORF. Aus Kostengründen beauftragte der Sender ein japanisches Zeichentrickstudio mit der Umsetzung dieser Idee, damals ein absolutes Novum im deutschen Fernsehen. In den darauffolgenden Jahren produzierte dieses Studio auch "Die Biene Maja" sowie "Heidi", die ebenfalls zu legendären Klassikern der 70er Jahre wurden. Zwar war die damalige Animation einigermaßen "limited", aber das nimmt den Serien und ihren sypathischen Darstellern nichts von ihrem Charme und ihrem heutigen Kultstatus. Josef Göhlen: "In den frühen 70er Jahren, als alles irgendwie sozialkritisch sein mußte, kam unsere heile Wikingerwelt bei vielen Programmverantwortlichen zunächst nicht gut an. Doch die 78 Episoden, die zwischen 1974 und April 1976 erstmals liefen, wurden zum unerwarteten Erfolg. Schon etliche Male wurde die Serie im ZDF und bei Kika wiederholt, sie lief außerdem in vielen anderen Ländern".
    Seit 2014 bietet das ZDF auch eine computeranimierte Neuauflage der Serie an, die bei den heutigen Kiddies gut ankommen mag, mit ihrer modernen Optik aber für Fernsehnostalgiker eher ungeeignet ist.

    www.youtube.com/watch?v=tQoZRNU5RTg